Lyrik: "Dein Schnurren wärmt die Erde"
Requiem für eine Katze NEU!
Dein Schnurren
wärmt die Erde
hat Eiswüsten
mit gelben Stiefmütterchen
gesprenkelt.
Dein Schnurren –
Erinnerung,
Mondlicht.
Zärtlichkeitssplitter
von vorgestern,
von übermorgen.
Dein Blick
aus fremden Katzenaugen
lässt Raumschiffe
von den Tellern
im Küchenschrank
starten.
(Februar 2007)
Cassie NEU!
Cassies Schrei nach Liebe
füllt unsere Hirne
mit süßem Gelee.
Eine Pelzlawine
begräbt
jeden rettenden Gedanken
unter sich.
Das verzagte Seufzen der Menschen
hallt von
flimmernden Flachbildschirmen wieder.
Cassie schnurrt.
Der Fernseher plappert
von Wirtschaftsreformen
und der globalen Klimakatastrophe.
Cassie frisst.
Zwischen Küche und Wohnzimmer
schält sich das Chaos von den Wänden.
Cassie altert rückwärts.
(Februar 2007)
An eine schwarze Katze Deine Blumenfüße schweben heimlich über Glas hinterlassen Spuren aus Nebel. Deine Bernsteinaugen leuchten zeitlos in der Nacht die so schwarz ist wie du. Wir sehen dich! (Dezember 2005)
Das Meer
Tatzen aus Gischt kratzen am Fels graben im Sand spielen mit Tang. Sanft wie ein Kätzchen streicht das Meer um meine Beine. An stürmischen Tagen zerfetzt es sein Spielzeug, verschlingt seine Beute. Schiffe, Menschen, Kontinente … Zerrissen. Zermalmt. Die satte Katze … In roter Morgenstille schnurrt und verdaut sie. (Neufassung Juli 2006)
© alle Gedichte: Adriana Wipperling
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