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Als ihr Schiff verschrottet werden soll, blickt Captain Lairis Ilana einer ungewissen Zukunft entgegen. Der neue Chef des Sternenflottenkommandos, Admiral Layton, hat keine gute Meinung von der eigenwilligen Bajoranerin, deren Entscheidungen bei der Schlacht um Wolf 359 er bis heute verurteilt.
In der Sternenflotte gehen derweil beunruhigende Veränderungen vor sich …
Das seltsame Verhalten von Yasushi Kitamura, Captain des neuen Kriegsschiffs USS DEFENDER, gibt Rätsel auf. Auch um die DEFENDER selbst ranken sich wilde Gerüchte.
Einen Tag später steht die gesamte Föderation unter Schock: Siebenundzwanzig Personen starben bei einem Bombenanschlag auf der Erde!
Die Öffentlichkeit ist sich einig, dass das Attentat von Wechselbälgern verübt wurde – doch mit der Zeit häufen sich die offenen Fragen.
Eine geheimnisvolle Sicherheitsbox, auf die Wechselbälger und Sternenflotte gleichermaßen versessen sind, scheint alle Antworten in sich zu bergen.
Captain Lairis ist der Lösung schon ganz nahe – da geraten sie und Captain Kitamuras Sohn Raymond in eine heimtückische Falle. Für die Bajoranerin und den jungen Kadetten geht es nun um Leben und Tod …
Gemeinsam mit dem Formwandler Odo arbeitet Lairis’ Chefingenieur, Lieutenant Marc van de Kamp, an einem Plan zur Rettung seines Captains. Dabei kommt ihm ein ungeheuerlicher Verdacht …
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Textauszug:
Raymond packte eine schwere Vase und warf sie schluchzend gegen das Bild. Glas klirrte und Wasser lief die Wand herab. Nun sah es aus, als würde auch seine Mutter weinen ... Vielleicht weinte sie tatsächlich – wo immer sie gerade steckte. Sie hatte die Familie verlassen, als er neun Jahre alt gewesen war. Raymond verliebte sich in das Scheppern von Porzellan und Glas. Es war so befreiend! Ohne nachzudenken, riss er eine Schublade nach der anderen aus den Schränken, schmiss sie gegen die Wände und sein Herz jubilierte jedesmal, wenn irgendwas knallte oder zerbrach. Alles war besser, als diese gespenstische Stille ... diese Leere. Er hätte Kilari nicht wegschicken dürfen. Es war keine gute Idee gewesen, allein in dieses verlassene Haus zurückzukehren. Als er keine Kraft mehr hatte, lehnte er sich gegen Captain Kitamuras Bücherregal. Das Chaos, das er angerichtet hatte, quälte seine Augen und ihm wurde plötzlich ganz kalt. Er hatte sein schönes Zuhause verwüstet, seine Nachbarn würden die Polizei rufen ... oder die Klapsmühle. Denn das hier war die Tat eines Wahnsinnigen. Er atmete heftig, sein Herz raste und er schloss die Augen, damit ihn das zerschmetterte Bild seiner Mutter nicht länger anlächelte.
„Komm zurück, Dad“, murmelte er halb erstickt. „Du bist mir ganz schön auf die Nerven gegangen und wir hatten dauernd Krach, weil du nie mit mir zufrieden warst, aber ... Gott, ich vermisse dich!“ Er schniefte. „Heute früh hast du gesagt, dass du stolz auf mich bist ... so was sagst du nicht oft und es bedeutet mir unheimlich viel! Vielleicht hat Kilari Recht und du bist noch irgendwo da draußen. Falls das so ist, hoffe ich, dass du mich hörst. Du hast mich geliebt, du warst für mich da, und dafür möchte ich dir danken.“ Ein Geräusch wie das Rascheln von Papier ließ ihn aufhorchen. Als er widerwillig die Augen öffnete, stand sein Vater vor ihm. Jetzt wusste er endgültig, dass er den Verstand verloren hatte. „Du ... du bist tot!“ stammelte er. Captain Kitamura lächelte. „Du hattest wohl einen schlimmen Traum.“ Natürlich! Raymond war so erleichtert, dass er über das ganze Gesicht strahlte. Er umarmte seinen Vater, der die Umarmung unbeholfen erwiderte. Ein Alptraum ... es war nur ein Alptraum gewesen. Jetzt war er endlich aufgewacht und konnte sich auf den nächsten Tag freuen. Aber das Chaos war noch da. Und sein Vater hatte kein Wort darüber verloren. Das war nicht nur ungewöhnlich, sondern fast so sensationell wie eine Eiszeit auf Vulkan. „Was machst du hier?“ fragte der Junge zögerlich. „Die Konferenz ...“ „Ich hab was Wichtiges vergessen. Eine graue Sicherheitsbox ... Hast du eine Ahnung, wo sie liegt, mein Junge? Es ist wirklich sehr wichtig!“ Raymond schüttelte ganz langsam den Kopf, wie in Zeitlupe. Tränen schossen wieder hoch. Sein Vater hatte nie so mit ihm geredet. Oder ihn so angelächelt: derart erwartungsvoll und gleichzeitig irgendwie ... heimtückisch. Und er hatte auch nie etwas Wichtiges vergessen. „Du bist nicht mein Dad – verschwinde!“ fauchte Raymond und packte den Phaser auf Captain Kitamuras Schreibtisch. „Raus hier – oder ich drücke ab!“ Der Mann hinter dem Schreibtisch rührte sich nicht. „Wer, zum Teufel, bist du?“ Anstelle einer Antwort lächelte Captain Kitamura. Er lächelte so breit, dass sein Kopf aufklappte und bräunliche Gallertmasse aus seinem Schädel quoll. Binnen einer Sekunde verwandelte sich sein Arm in einen meterlangen Tentakel, der sich mit eisernem Griff um Raymonds Handgelenke schlang. Der Junge schrie gequält, als seine Knochen brachen. Die Waffe rutschte aus seinen Händen, greller Schmerz fraß sich durch seine Arme, für einen Moment wurde ihm schwarz vor Augen und im nächsten Augenblick flatterte ein weißer Vogel aus dem Fenster. „Alles okay?“ Es war eine Frauenstimme und sie kam offensichtlich von draußen. „Kann ich Ihnen irgendwie helfen?“ Diesmal eindeutig näher ...
Raymond blinzelte und eine Bajoranerin in Sternenflottenuniform beugte sich über ihn. Ihre Hand lag auf seiner Schulter und ihre braun-grün-gescheckten Augen musterten ihn besorgt. Er sah die Rangabzeichen eines Captains an ihrem Kragen aber er salutierte nicht. Die Sternenflotte und ihre Hierarchien waren ihm plötzlich egal. Er blickte die Unbekannte nur fragend an. „Ich hörte Sie schreien und stolperte auf einmal in diese fünfzig-Quadratmeter-Apokalypse“, erklärte sie und streckte die Hand nach ihm aus. „Was, bei allen Pah-Geistern, ist hier passiert? Sie sehen aus, als stünden Sie unter Schock, Kadett ...“ Raymond schnappte sich die Waffe seines Vaters. Er keuchte vor Schmerzen, aber er hielt den Phaser fest umklammert. „Wer sind Sie? Und wie sind Sie hier reingekommen?“ „Zu Ihrer ersten Frage: Ich bin Captain Lairis Ilana. Zur zweiten: Die Tür stand offen und dass ich hier vorbeigekommen bin, ist purer Zufall. Ich hoffe, ich habe Ihre Neugier soweit befriedigt, dass Sie endlich den verdammten Phaser runternehmen.“
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