Anneliese & Adriana Wipperling:
"Jenseits von Schwarz und Weiß"

Rückkehr der Poeten

Manchmal ist ein Feind nicht wirklich ein Feind.
Das erkennt eine Sternenflottencrew, deren fröhlich-chaotische Weihnachtsfeier durch einen Klingonenangriff unterbrochen wird … eine Raumschiffkommandantin, die im Dominionkrieg vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens steht … eine Siedlersfrau aus der DMZ, die im Haus ihrer Schwiegermutter von Cardassianern überfallen wird … und eine bajoranische Widerstandskämpferin, die in bester Absicht mehrere gute Freunde ins Verderben reißt.
Janeway und Tuvok wiederum erfahren die tragische Vorgeschichte eines besonders gefährlichen Gegners – und erkennen die Sinnlosigkeit hinter seinem Handeln.

Denn viele Probleme lösen sich von selbst, wenn man dem Fremden mit Offenheit begegnet.
So begreift eine Studentin der Sorbonne, dass vulkanische Philosophie keineswegs langweilig sein muss … Chakotay von der USS Voyager lernt, sich selbst und sein Volk besser zu verstehen … Die Cardassianerin Yanar muss eine Nacht mit ihrem schwulen Freund Ikat verbringen … und die junge T’Liza hilft ihrem Partner über das Pon Farr.

Lustig wird es, wenn Dr. Selar von der USS Enterprise eine Gedankenverschmelzung mit Datas Katze Spot wagt … ein Kleinkind für diplomatische Verwicklungen mit kristallinen Wesen sorgt … oder eine verbohrte Provinzmutti sich über ihren vulkanischen Schwiegersohn aufregt.
Aber auch hier geht es um das wichtigste Prinzip von „Star Trek“: dass es „Jenseits von Schwarz und Weiß“ unzählige schillernde Farben gibt.


Leseprobe aus „Geliebter Feind“, Story von Anneliese Wipperling:

Cora summte leise vor sich hin, während sie die dünnen Schnitten mit Butter bestrich. Sie fühlte sich wohl ... sicher, die Schwiegermutter nörgelte gern herum ... andererseits hatte ihr Sohn das auch ziemlich gut drauf. Es machte keinen Unterschied und ein paar Tage Ferien von der schweren Landarbeit taten richtig gut. Zwei der sechs Monde von Zelinda vier schienen grell und weiß zum offenen Fenster herein. Cora überlegte schmunzelnd, wie ein Werwolf, wenn es ihn denn gäbe, auf ihrem Kolonieplaneten nahe der cardassianischen Grenze wohl zurechtkommen würde. Vermutlich wäre seine menschliche Seite schon bald verkümmert, denn irgendein Mond hing immer am Himmel. Der Wind wehte Fliederduft herein. Die weiß blühenden Büsche stammten, wie alle Nutz- und Zierpflanzen, von der guten alten Erde. Schließlich wollte man – Pioniergeist hin oder her – ein Stückchen Heimat unter dem Fenster. Das Zeug, was von selbst auf Zelinda vier wuchs, war weder den Augen noch den Mägen der Menschen angenehm ... also weg damit!
Ganz allmählich legte sich das Getöse in Coras Kopf ... nicht, dass sie sich wirklich beruhigt hätte ... nein, eine stumpfe, lähmende Gleichgültigkeit hatte sie überwältigt. Die Cardis waren wie eine Seuche, eine Insektenplage, ein Buschfeuer. Sie und ihre Schwiegermutter konnten nur geduldig abwarten, bis die Angreifer sich ausgetobt hatten ... und hoffen, dass sie danach noch lebten. In New Hamburg gab es zwar eine gut bewaffnete Bürgermiliz – wenn die Angreifer keine regulären Soldaten waren, hatte sie sogar durchaus eine Chance – und in jedem Haushalt befand sich normalerweise ein Waffenschrank mit Phasergewehren ... nur leider war das der Schwiegermutter schon längere Zeit defekt und sie hatte es, vergesslich, wie sie im Alter geworden war, nicht reparieren lassen.
Cora kroch resigniert zu ihr unter die Bettdecke und betastete besorgt das Küchenmesser unter ihrem Kopfkissen.Draußen schrien Leute, fauchten Schüsse, grelle Entladungen zuckten auf, es krachte ein paar Mal heftig ... verdammt, das waren Bomben! Also hatten sie es doch mit Militär zu tun und die Jungs von der Bürgerwehr waren womöglich bereits zum größten Teil vaporisiert! Cora ließ das Messer los und griff am, ganzen Körper zitternd, nach der Hand ihrer Schwiegermutter. In dem Augenblick donnerten Tritte und Schläge gegen die Tür, Holz und Plastik splitterten, Metall kreischte ... dann waren sie drin.


Leseprobe aus „Kindermund“, Story von Adriana Wipperling:

Die Menschen haben vor Jahrhunderten eine wichtige Entdeckung gemacht: Murphys Gesetz. Das bedeutet: Was nur schief gehen kann, geht schief – besonders, wenn der Anlass wichtig ist. Daran musste ich heute denken, als ich den Rat der Anführer um einen Kampfflieger bat. Piri erinnerte mich mit einem ironischen Lächeln daran, dass diese Woche ein großes Manöver stattfindet und alle Kampfflieger gebraucht würden.
„Soviel zum fotografischen Gedächtnis der Cardassianer“, lästerte er.
„Ich habe zu viele Termine, um sie alle im Kopf zu behalten", schoss ich ärgerlich zurück. „Dieser ganze Diplomatenkram ist neu für mich … jede zweite Woche eine Dienstreise zu irgendeinem abgelegenen Planeten, jeden dritten Tag ein Staatsbesuch … stell dir vor - ich muss sogar einen Plan aufstellen, welches Abendkleid ich zu welchem Anlass anziehe! In solchen Momenten sehne ich mich beinahe nach dem cardassianischen Militärknast zurück. Dort gab es nur einen Kittel für alles!" Piri lächelte halb amüsiert, halb mitleidig.
„Und dann habe ich noch T’Narak …“ fuhr ich leise seufzend fort.
Piri schnappte meine Gedanken auf. „Sie hat schon wieder irgendwas angeknabbert …“
„Den wallanischen Kultusminister.“
„Ich hoffe, du kommst lebend zurück.“ Er klopfte mir auf die Schulter und verschwand in den Höhlen des Hauses Raban.

Farbcover:

Anneliese Wipperling

Seitenzahl:

120 Seiten DIN A4

Preis:

8,80 EURO

Altersbeschränkung:

ab 16 Jahre empfohlen

Bezug:

Star Trek Forum

Kontakt:

Uschi Stockmann
Otto-Heinrichs-Straße 6
38442 Wolfsburg

uschi@st-forum.de

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