Fische an Land

Wagt euch an Land,
ihr Fische!

Wollt ihr immer nur
in trübem Wasser schwimmen,
gefangen im Tümpel
der Eintönigkeit?

Es stimmt,
man kann nicht leben,
hinter dem Spiegel:
Wir würden
ersticken,
verfaulen,
gefressen werden.

Es sei denn
wir lernen
zu atmen,
zu laufen,
zu fliegen.

Lasst unsere Flossen
im Wind flattern
und unsere Schuppen
in der Sonne glänzen!

Eines Tages
kehren wir heim
und erzählen
von der Welt
hinterm Spiegel:
Dort gibt es Menschen,
die singen Lieder
von tollkühnen,
schillernden
Fischen
am Himmel.

Also wagt euch an Land
ihr Fische!

(© Adriana Wipperling, Februar 2005)



zurück