Im Warteraum zur Ewigkeit
Blut rinnt
an den Rosen entlang.
Das Kerzenlicht flackert.
Ein Lichtermeer
aus silbernen Sternen
zieht sich am Himmel hin.
Die Tür geht auf,
und herein
tritt ein Skelett.
Es bringt ein Glas Wein.
Die grünen Knochenfinger
umfassen den Kelch
mit dem goldroten Saft.
Er funkelt im Kerzenlicht.
Die Seide des Bettes
glänzt geheimnisvoll.
Einladend.
Durch das Fenster
hört man die Nachtigall.
Die Hände sind lang
und schlank
und schön -
und blutig.
Auf dem Rasen des Gartens,
in Schnee gehüllt,
liegt ein Junge,
klein noch,
mit goldenem Haar,
der nie mehr erwachen wird.
Mit seinen blinden Augen
schaut er mich an.
Schwarz ist sein Blick,
und dahinter
strahlt die Sonne des Lebens,
des wahren.
Er
hat es schon gefunden
Ich
werde es auch.
(Ramona Scheerer 1992)
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